AKTUELLES

Gemeindebrief Mai-August:
Liebe Gemeindeglieder und Freunde unserer Kirchgemeinde, unsere Kirche ist mehr ins Blickfeld des Interesses gerückt als uns lieb sein kann. Menschen, die es auf Buntmetall abgesehen haben und als Buntmetalldiebe bezeichnet werden, haben an allen fünf Ecken, inklusive der Aufbahrungshalle ca. 25 lfd. m Kupferfallrohr samt Bögen und ebenso die Kupferleitung des Blitzschutzes zerschnitten und entwendet und dies in der kältesten Nacht des vergangenen Winters vom 5. zum 6. Februar bei -21°C.
Das ist bedrückend, dass solche Diebe auch nicht vor Kirchengebäuden halt machen und ihnen nichts heilig ist. Dankenswerter Weise hat sich unser Gemeindemitglied Karsten Fuhrig, als Vorsitzender des Gewerbevereins, dieses Schadens angenommen und Mitglieder des Gewerbevereins sowie andere motivieren können, einen Betrag von 1.600,-- Euro zusammenzubringen. Zudem hat der ausführende Handwerksmeister Maik Schmidt die Arbeitsleistung kostenlos erbracht. Ihm und allen Spendern sagen wir als Kirchgemeinde und Kirchenvorstand unseren herzlichsten Dank
Zugleich bitten wir um Verständnis, dass der Kirchhof im Winterhalbjahr bei Einbruch der Dunkelheit und im Sommerhalbjahr ab 20.00 Uhr bis früh 8.00 Uhr geschlossen wird und dieser Bereich - wie es auf den Hinweisschildern an den drei Zugängen zum Friedhof steht - videoüberwacht wird. Um den widerrechtlichen Begehrlichkeiten der Diebe entgegenzuwirken, sind wir zu beidem gezwungen und bedauern das sehr. Bis jetzt ist unser Vorgehen aber nur auf breite Zustimmung gestoßen.
Es darf in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen werden, dass jede Kirche, so auch und vor allem jede Orts- und Heimatkirche für jeden Ortsansässigen, sei er getauft oder nicht getauft, einen ganz besondern Stellenwert hat. Der Identifikationsgrad mit unserer Kirche ist bei allen Einheimischen, aber auch bei Fremden, sehr hoch. Natürlich hängt das zunächst rein optisch mit ihrer Lage als eine Geländemarke in der Auenlandschaft der Parthe und der sich anschließenden Endmoränenhügelkette zusammen. Nicht wie eine Burg, sondern einem weit strahlenden Leuchtturm vergleichbar, erhebt sie sich und thront, neben den Kirchen von Thekla und Beucha auch bekannt als einer von drei Hohenpriestern, über der Leipziger Tieflandsbucht. Durch die auf diesem Hügel im Winter weit sichtbar aufsitzende Lehmmauer des Kirch- und Friedhofes wird sowohl der wehrhafte Charakter als auch der Vergleich mit dem Leuchtturm auf solidem Fundament noch verstärkt. Wenn im Frühjahr und Sommer die Äste der Bäume ihr Grün hervorbringen, ragt nur der wuchtige, rechteckige Westturm mit Satteldach und den beiden Wetterfahnen aus dem grünen Hügel als Blickfang heraus.

Gemeindebrief Dezember-April: Gedanken zur Zeit von U. G. Liebert
Demut angesichts abweichender Meinungen - Skepsis ist notwenig, aber dabei darf es nicht bleiben
Was ist eigentlich dran an Margot Käßmann? Von der Presse bekommt sie fast die Aura einer Heiligen verpasst. Auch auf dem Kirchentag in Dresden waren es besonders ihre Veranstaltungen, die dem Ansturm der Teilnehmer und ihrer Bewunderer ausgesetzt waren. Zweifellos hat sie nach einem Fehlverhalten richtig gehandelt, ganz untypisch für die weitaus meisten, die im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen. Sie hat persönliche Konsequenzen gezogen und daraus Kraft geschöpft. Auch als sie ganz unten zu sein schien: Niemand kann tiefer fallen als in Gottes Hand.
Margot Käßmann ist ein Phänomen. Seit Monaten ist sie das Aushängeschild der Evangelischen Kirche in Deutschland, die offizielle "Lutherbotschafterin". Unbestreitbar sind ihre Fähigkeiten und die Begabung, meist das richtige Wort zu treffen - das dann sogar oft beifällig aufgenommen wird. Sie verkörpert eine seltene Mischung aus Attraktivität und Frömmigkeit, Intelligenz und sozialer Kompetenz. Sie wird gehört als Stimme der Evangelischen in Deutschland. Sie ist eine Sympathieträgerin. Und trotzdem stellt sich ein gewisses Unbehagen ein an dem von ihr gezeichneten Bild und ihrer Wahrnehmung durch das säkulare Umfeld. Keiner, der nur recht hat, keiner, der nur heilig ist ... Sie wird so unisono in den Himmel gehoben, dass sich Skepsis einstellt. Es kann doch so nicht sein!
Ich habe dies schon seit langem immer wieder gespürt. Wenn eine Person oder eine Sache so eindeutig glorifiziert oder in Grund und Boden verdammt wird, wenn es sozusagen zum guten Ton gehört, etwas für gut oder schlecht, für richtig oder falsch zu halten, dann reagiere ich häufig so: Ich tue das Gegenteil von dem, was von mir erwartet wird. Eine Trotzreaktion? Eine quasi sportliche Herausforderung? Oder ein typisches Abwehrverhalten gegen jede Art von Vereinnahmung, die als Einschränkung, als Denkverbot oder als unziemlicher Druck verspürt wird?
[gesamter Beitrag]

Predigt im Rundfunk-Gottesdienst (9. Trinitatissonntag 2010) von Pfarrer R. Freier
Die gesamte Predigt kann als pdf-Datei nachgelesen werden.

März 2010: "Singe, so lernst Du singen!" - zum 10-jährigen Jubiläum des Gospelchores Moschukekebaba
Es war wohl im Sommer des Jahres 2001. Nach ein paar Gläschen leichten "Terrassenweins", genossen mit meinen Gästen Rosi und Peter Lohse wurde ich von beiden gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, im damals erst jüngst gegründeten Gospelchor "Moschukekebaba" mitzusingen. Die Überraschung stand mir wohl ins Gesicht geschrieben: SINGEN…ICH??? Hier folgte das oben genannte Zitat, das ich zu dieser Zeit noch nicht kannte. Rosi (in den Stunden davor wechselten wir vom SIE zum DU!) war die Chorleiterin und Peter Lohse die einzige Männerstimme in einer Schar weiblicher Konfirmanden, die in jenem Jahr ihren künstlerischen Beitrag zur eigenen Konfirmationsfeier leisten wollten. Aus den Anfangsbuchstaben der Familiennamen der Gründungsmitglieder entstand so der exotisch fremd klingende Name Mo-Schu-Ke-Ke-Ba-Ba. Es folgten ermunternde und überzeugende Worte auf meinem Sofa, denen man sich fast nicht widersetzen konnte. Na schön, der Versuch sollte es wert sein. Gespannt auf das Neue war ich natürlich!
Zur folgenden ersten Probe war der junge Chor bereits mit drei "älteren" Männerstimmen vertreten - die Lohses hatten kräftig die Werbe-trommel gerührt und in der Nachbarschaft gute Überzeugungsarbeit geleistet. In der Folgezeit erhöhte sich die Mitgliederzahl immer weiter, manchmal war schon die maximale Kapazität der Sitzplätze im Probenraum erreicht. Es folgten viele schöne chorgemeinschaftliche Jahre in denen wir uns ein beachtliches Repertoire erarbeitet haben. Dabei beschränken sich unsere Auftritte nicht nur auf die Panitzscher Kirche. Auch in der Frauenkirche Grimma und im Gottesdienst mit Pfarrer Führer in der Leipziger Nikolaikirche durften wir singen. Über viele Jahre hinweg gestalteten wir am dritten Adventssonntag auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt das Bühnenprogramm vom Amt für Gemeindedienst Leipzig. Drei weitere Höhepunkte möchte ich noch erwähnen: Im Jahr 2001 hatten wir die Möglichkeit, eine eigene CD im Tonstudio aufzunehmen. Im Frühjahr 2006 fuhren wir für ein Wochenende zu einer Chorfreizeit nach Kohren-Sahlis und auch an einem Chorwettbewerb im Schloss Trebsen konnten wir schon mit gutem Erfolg teilnehmen, wie die Urkunde im Pfarrhaus zeigt.
Allerspätestens an dieser Stelle mein und unser aller Dank an unsere Rosi, die mit wirklich großem persönlichem Engagement und einer Engelsgeduld diesen Chor zu dem gemacht hat, was er heute schon ist und auch noch werden kann. In den vielen Jahren habe ich tatsächlich das Singen gelernt - das glaube ich zumindest. Auch erscheint mir manches Zeichen auf dem Notenblatt nicht mehr so fremd wie damals am Anfang. Bleibt zu hoffen, dass alle Singstimmen immer gut besetzt sind, vielleicht auch noch durch immer gern willkommene Neuzugänge verstärkt werden.
Zum Abschluss noch zwei treffende Zitate zum Thema: "Das Wichtigste ist, zusammen anfangen und zusammen aufhören". Damit ist natürlich nur der Bezug zum exakten Einsatz der Stimmen gemeint, denn aufhören will wohl freiwillig niemand!
Und nicht vergessen: "Es schwinden jedes Kummers Falten, so lang des Liedes Zauber walten". Wie wahr, Herr Schiller!
In Verbundenheit Chormitglied Harald Rothbauer

Dez. 2009: Einwendungen des Kirchenvorstandes zum Raumordnungsverfahren B 87n

Die Ev.-Luth. Kirchgemeinde Panitzsch liegt in dem durch den Trassenvorschlag Variante I – Süd 1 betroffenen Gebiet. Aufgrund dieses Betroffenseins und der zum Teil gravierenden Fehler im laufenden Planverfahren sieht es der Kirchenvorstand als seine Pflicht an, sich nicht nur für seine eigenen Interessen einzusetzen, sondern auch der Verantwortung gegenüber seinen etwa 600 Kirchgemeindegliedern gerecht zu werden. Der Kirchenvorstand wird daher der mit der Planung betrauten Stelle mit der notwendigen Deutlichkeit aufzeigen, dass auch die Kirchgemeinde Panitzsch – neben der Gemeindeverwaltung Borsdorf, vielen Privatpersonen, Bürgervereinigungen und gemeinnützigen Vereinen – nicht gewillt ist, der bisherigen Planung tatenlos zuzusehen.
Ausgehend von der Vielzahl, der zum Teil gravierenden Fehler im Rahmen des Planungsverfahrens, gelangt der Kirchenvorstand zu der Einschätzung, dass die Planung nicht ergebnisoffen, sondern vielmehr zielorientiert durchgeführt worden ist, um den besagten Trassenvorschlag Variante I – Süd 1 zur Vorzugsvariante werden zu lassen.
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Unabhängig von den dargestellten gravierenden Rechtsverletzungen der mit der Planung betrauten Behörden im konkreten Fall, erlaubt sich der Kirchenvorstand den allgemeinen Hinweis, dass es aus seiner Sicht ökologischer, wirtschaftlicher und den Bürgern eher vermittelbar wäre, vorhandene Straßen auszubauen, als für mehrere hundert Millionen Euro Naturschutzgebiete zu zerstören, mit nicht abschätzbaren Auswirkungen für die in der Region lebenden Menschen und Tiere, sowie für das regionale Klima.
Die gesamten Einwendungen des Kirchenvorstandes sind als pdf-Datei nachzulesen.

Predigt zum Ewigkeitssonntag am 22. 11. 2009 von Pfarrer R. Freier
Die gesamte Predigt kann als pdf-Datei nachgelesen werden.

"Paulus und die B 87n", Predigt zum Parthefest-Gottesdienst am 13. 09. 2009 von Pfarrer R. Freier
Untertitel: "Der Gebrauch der Freiheit nach Textsstellen aus dem Römerbrief im 8. und 13. Kapitel und dem Galaterbrief des Paulus im 5. Kapitel."
Die gesamte Predigt kann als pdf-Datei nachgelesen werden.