KUNSTAUSSTELLUNG

Peter Schnürpel - Graphiksammlung „Träger“

Die Graphiksammlung „Träger“ des Altenburger Künstlers Peter Schnürpel ist ab Ende Februar 2012 in der Kirche Panitzsch zu sehen. Die Ausstellung wird am Sonntag, dem 26. Februar, um 15 Uhr eröffnet. Sie zeigt Ölzeichnungen, Monotypien und Übermalungen. Der Kunsthistoriker Dr. Dieter Gleisberg wird mit einem Vortrag in die Ausstellung einführen. Hiltrud Ilg (Violine) sorgt für die musikalische Umrahmung der Vernissage.
Bis Ende Mai sind die Werke täglich von 10 bis 16 Uhr, sonntags ab 11 Uhr zu sehen.

Ausstellungen u.a. in:
Leipzig, Altenburg, Karl-Marx-Stadt (Chemnitz), Berlin, Jena, Dresden, Frankfurt/O., Offenburg, München, Salzau, Bern;
Beteiligung an zahlreichen nationalen und internationalen Gruppenausstellungen

Teilnahme an Grafikbiennalen in:
Bradford/GB, Frechen/D, Intergrafik/Berlin (DDR), Krakow/Polen, Maastrich/Niederlande

Werke in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen u.a.:
Museum der Bildenden Künste Leipzig, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Lindenau-Museum Altenburg, Kupferstichkabinette Dresden und Berlin, Junge Kunst Frankfurt/O.

VITA:
1941 in Leipzig geboren
1960-65
 
Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig bei Harry Blume, Karl Krug, Wolfgang Mattheuer, Bernhard Heisig
1965 Diplom; Beginn der Lehrtätigkeit für künstlerische Praxis am Fachbereich Kunsterziehung der Uni Leipzig
1966 Beginn der Zusammenarbeit mit dem Drucker Georg Rebisch
1973 Übersiedlung nach Altenburg; seitdem Dozent am Studio Bildende Kunst des Lindenau-Museums
1978
 
Beginn Lehrtätigkeit an der Fachschule für Angewandte Kunst Schneeberg; Leiter des künstlerischen Grundlagenstudiums
1990 Direktor der Fachschule für Angewandte Kunst Schneeberg nach Wahl durch die Vollversammlung
1991 Reise nach Paris
1992
 
Berufung zum Professor; Gründungsdekan des Fachbereichs Angewandte Kunst Schneeberg der Westsächsischen Hochschule Zwickau (FH)
1995 Reise nach Montalcino (Toscana)
1997 Reise an die Cote d’Azur
2006 Emeritierung

Vom Ethos der Nächstenliebe, Menschlichkeiz und Caritas zeugt in Peter Schnürpels Schaffen besonders der Themenkreis dieser Ausstellung: seine Träger. Seit zwei Jahrzehnten entstehen immer neue Varianten, ausgelöst von der Erschütterung über das Siechtum und frühe Hinscheiden eines Freundes durch unheilbare Krankheit. Auch diesem mahnenden „Memento mori" gewährt der rituelle Raum, fern professioneller Ausstellungsroutine, einen ebenso angemessenen wie unverwechselbaren Rahmen: Schnürpels Träger kommen hier zum Tragen, als wären sie geschaffen, um das vor Ostern auf Leiden und Passion gerichtete Besinnen und Gedenken zu verinnerlichen. Es sind gleichsam Karbilder, wenn man den mittelalterlichen Ausdruck für Wehklage und Trauer auf sie übertragen würde, der uns noch in Namen wie Karfreitag oder Karwoche geläufig ist. Viele Darstellungen erinnern an die Schmerzensmänner, die Beweinungen, die Martyrien unter Geißelhieben und am Kreuz, wie sie seit der Gotik immer herzzerreißender geschildert wurden. Diese menschlichen, nein: unmenschlichen Qualen weckten und wecken wohl noch immer in den vielfach selber leidgeprüften Gläubigen ein Mitempfinden, das sowohl Trost spendet, als auch moralisch wappnet gegen den Ausbruch eigener Grausamkeit. Wesenszüge also, welche, frei von anmaßender Didaktik, auch den Blättern Peter Schnürpels unverkennbar innewohnen.
[Passage aus dem Einführungsvortrag von Dr. Dieter Gleisberg]